© Bernard Martinez

Nicolas Chalvin

"Unerhörter Sinn für orchestrale Ausgewogenheit", "elegante Präzision", "raffinierter Kolorist", so hört man über die Arbeit als Dirigent von Nicolas Chalvin. Als Vollblutmusiker hegt und praktiziert er alle drei Dimensionen des Dirigentenberufs: Lyrik, Sinfonik und Kammerorchester.

Als ausgebildeter Oboist studierte er am CNSM in Lyon, bevor er in grosse Symphonieorchester eintrat, darunter das Orchestre National de Lyon und das Orchestre Philharmonique du Luxembourg.

Er wurde von Armin Jordan und Franz Welser-Möst ermutigt, von der Oboe zum Taktstock zu wechseln. Orpheus von Gluck, Véronique von Messager, La Vie Parisienne von Offenbach, Niobé von Pascal Dusapin, Reigen von Philippe Boesmans, Le Trouvère von Verdi, aber auch Carmen, Madame Butterfly, Les Troyens...: Chalvin verschlingt das gesamte Repertoire.

Er ist regelmässiger Gast von Orchestern in der Schweiz und im Ausland. Dazu gehören das Kammerorchester Lausanne, das Orchestre Philharmonique de Radio-France, das Orchestre São Carlo de Lisbonne, das Orchestre Philharmonique de Strasbourg, das Lyoner Nationalorchester, das Griechische Nationalorchester, das Orchester des Pekinger Nationalballetts und das Orchester des Landesthaters Innsbruck.

Von 2009 bis 2021 war Nicolas Chalvin Musikdirektor des Orchestre des Pays de Savoie. Als Leiter des Orchesters bemüht er sich, die Farben des Orchesters zu formen und die stilistischen Ansätze zu vervielfältigen, indem er mit Leichtigkeit das Repertoire für Orchester von den ersten Barockwerken bis zu den jüngsten Werken durchstreift, wobei er besonders die französische Musik und die Wiener Klassiker schätzt.

Seine Entdeckerfreude brachte ihn dazu, mehrere Uraufführungen aufzunehmen, aber auch vergessene Werke wiederzubeleben. Zu den Aufnahmen gehört die Oper Sophie Arnould von Gabriel Pierné mit dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg, welche 2008 mit einem Diapason d'Or und einem BBC Award ausgezeichnet wurden. Die New York Times führte 2015 die CD Reynaldo Hahn unter ihren klassischen Referenzen des Jahres auf.

2019 wurde die Schallplattenveröffentlichung mit dem Flötisten José-Daniel Castellon und Werken von André Jolivet und Frank Martin bei Claves Records mit einem "Choc" von Classica gewürdigt.

Neben seiner Tätigkeit als Dirigent widmet sich Nicolas Chalvin der Weitergabe von Wissen und teilt gerne seine Erfahrung gerne mit jungen Musikern. Er ist daher regelmässig Gast an Musikhochschulen, Konservatorien und Internationalen Akademien im Rahmen von Meisterkursen, Seminaren, Jurys und Orchestersitzungen.